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Kirchturm 2010

Gottesdienst
sonntags, 10:00 Uhr

© 2012

Reformiert

Die Gemeinden reformierter Prägung haben wie alle evangelischen Gemeinden ihre Wurzeln in der Reformation des frühen 16. Jahrhunderts. Auch die reformierte Tradition führt ihr Bekenntnis auf Martin Luther zurück, ihre prägenden Theologen Ulrich Zwingli und Johannes Calvin haben dessen Lehre aber weiter gedacht und ihrer städtisch geprägten Lebensweise angepasst.

Entsprechend der bürgerlich-städtischen Selbstverwaltung durch Rat und Stände sind die Gemeinden basisdemokratisch aufgebaut, neben dem Amt des Pfarrers werden die Ämter des Lehrers, Diakons und Ältesten als gleichwertig angesehen. Die Pfarrer sind nicht in eine bischöfliche Hierarchie eingegliedert, sondern sind eingebunden in die Gemeindeleitung. Stärker als in lutherischen Gemeinden wird dementsprechend auch das gesellschaftliche Engagement eines jeden Christen/einer jeden Christin betont. Für den durch Jesus Christus im Glauben befreiten Christen ist ein gottgemäßer, „geheiligter“ Lebenswandel charakteristisch, der sich in gesellschaftlicher Verantwortung bis hin zur Teilnahme am politischen Leben ausdrückt. Damit wird Gott in der Welt die Ehre gegeben.

Reformierte Lehre betont, dass wir Menschen unmittelbar vor Gott stehen und keiner Heilsvermittlung durch Menschen oder Riten bedürfen. Dementsprechend sind die Gottesdienste nicht an liturgischer Zeremonie, sondern an gegenwartsbezogener Verkündigung ausgerichtet, das Abendmahl wird als Zeichenhandlung verstanden und in Betonung der Gemeinschaft der Glaubenden oftmals als Tischgemeinschaft gefeiert.

Das reformierte Bekenntnis ist weltweit vertreten und hat, da die einzelnen Gemeinden für ihr Glaubensleben selbst verantwortlich sind, unabhängig von den genannten Grundkriterien ein vielseitiges und vielfältiges Erscheinungsbild ausgebildet. Die deutschen reformierten Gemeinden haben mit den lutherischen und unierten Kirchengemeinden volle Kirchengemeinschaft, erkennen Taufe, Abendmahl und Amt gegenseitig in vollem Maß an.

 

MERKMALE ...
unserer Kirche sind:

Die Kirchengebäude zeichnen sich durch schlichte Feierlichkeit aus (keine Kerzen, keine Altäre, keine Kruzifixe und keine Bilder an den Wänden).
Keine Bilder: Die Begründung für diese Glaubenspraxis liegt in den Zehn Geboten. Dort heißt es im 2.Gebot: “Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen ...”
Keine Kruzifixe: Die Begründung liegt ebenfalls im Zweiten Gebot, da für reformierte Christen die Abbildung des gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus als wahrer Gott und wahrer Mensch sich verbietet.
Keinen Altar: Die Begründung liegt in dem Verständnis der Abendmahlsfeier. In ihr wird kein Opfer vollzogen, wie auf einem Altar, sondern um einen “Tisch” versammelt sich die Gemeinde im Gedenken ihres Herrn Jesus Christus.
Keine Kerzen: Die Begründung dieser Praxis liegt im Verständnis der Kerze in der römisch-katholischen Tradition: Die Kerze als “Lichtopfer”, die z.B. für Kranke angezündet, oft vor Heiligenfiguren geweiht, steht.

Die Gottesdienste haben eine schlichte Liturgie, in deren Mittelpunkt die Predigt steht. Der Psalmengesang wird dabei besonders gepflegt.
(1) In der Predigt wird bezeugt, was Gott in Jesus Christus für uns getan hat und was er von uns fordert. Alle Teile eines Gottesdienstes sind auf die Wortverkündigung zugeordnet.
(2) Im reformierten Gottesdienst wird besonders der Psalmengesang (150 Psalmen) gepflegt. Die Psalmen entstammen dem Alten Testament. Ihre heutige Melodie geht auf die Vertonung in Genf zurück. Die Psalmen verbinden das Gotteslob der Kirche mit dem Lobgesang Israels.

Die Kirchengemeinden und die Gesamtkirche werden durch Kirchenräte/Presbyterien und Synoden geschwisterlich geleitet. Die Kirchenleitung geschieht innerhalb der Gemeinde, “über” die sich keine Landeskirche erhebt. Die Gemeinden befinden sich “auf einer Ebene stehend” auf einem gemeinsamen (synodalen) Weg.

Als Bekenntnisschriften gelten vorbehaltlich weiterführender Glaubenserkenntnis neben den altkirchlichen Glaubensbekenntnissen (z.B.: Apostolische   Glaubensbekenntnis) der Heidelberger Katechismus von 1563 und die Barmer  Theologische Erklärung von 1934.


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Evangelisch - reformierte Kirchengemeinde Hoogstede - Haupstraße 49 - D-49846 Hoogstede  - Tel.: 05944-1404